St. Martinus-Kirche
Die St. Martinus-Kirche wurde von den Architekten Hans und Jörg Herkommer in den Jahren 1956 bis 1959 erbaut.
Auszug aus der Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg:
"Kath. Pfarrkirche St. Martinus, dreischiffige Basilika mit flach geneigten Dächern, trapezförmiger Chorturm auf trapezförmigem Grundriss mit Flachdach und bekrönendem Kreuz, Mittelschiff auf trapezförmigem Grundriss, Nordseite konvex geformt, Portale durch Flugdach zusammengefasst, hochrechteckige Lichtbänder mit filigranen Betonsprossen, am Turm zusätzlich Rundfenster, im Langhaus schwarze, flach geneigte Decke, im Altarbereich sichtbare Querbinder, Seitenschiffe mit Pfeilerkolonnaden, Taufkapelle im Südwesten durch acht kreisförmige Oberlichter beleuchtet, einschließlich historischer Ausstattung.“
Der Innenraum
Der Innenraum beeindruckt den Besucher durch seine Weiträumigkeit. Die Decke ist schwarz gestaltet. Die Idee der Künstler war es, zunächst das Firmament, das alles überspannt, anzudeuten, aber auch um zu unterstreichen, dass der Mensch aus den Dunkelheiten des Lebens beim Betreten der Kirche in das helle Licht der Gottesbegegnung tritt. Mit diesem Blick nach vorne ins Licht ist auch eine starke Bewegung nach oben verbunden.
Die Kirche wirkt trotz der Größe sehr kurz. Im Eingangsbereich ist sie sehr breit und wird nach vorne immer schmäler (trapezförmig). Damit soll die Gemeinde nahe an den Altar herangeführt werden. Die schräg gestellten Wände und die wie ein Tuch gespannte Decke lassen die Kirche zu einem Zelt Gottes werden, einer Kirche als wanderndem Gottesvolk, das sich immer auf dem Weg durch die Höhen und Tiefen der Geschichte und des Lebens befindet.
Der Kirchenpatron: der Heilige Martinus
Die berühme Geschichte mit der Mantelteilung ist dreimal in der Kirche dargestellt. Zum einen im Motiv des bronzen Eingangsportals, das von dem Künstler Kurz aus Stimpfach entworfen wurde. Sooft die Mitteltüre geöffnet wird, wird der Mantel aufs Neue geteilt.
Zum zweiten finden Sie die Mantelteilung in einem Bild der Künstlerin Relindis Agethen im linken Seitenschiff der Kirche.
Eine Andeutung der Mantelteilung ist auch im Altarbild zu finden. Das Kreuz in der Mitte wirkt wie ein Zeichen der Mantelteilung. Nach der Mantelteilung erschien Christus dem Martinus in hellem Licht.
Das Altarbild von Rasso Rothacker
Die ineinander fließenden Formen einer Krone in Gold sind zu sehen. In der Mitte erscheint das Dreieck der göttlichen Dreifaltigkeit, das Auge Gottes. Nach außen ragen große Engelsflügel, die nach Johannes, dem Schriftsteller der Offenbarung, an den Thron Gottes erinnern. Von diesem Thron geht nun eine Helligkeit aus, die das Kreuz einschließt und weiterfließt zur Marienstatue.
Der Glockenturm
Das Lesepult mit der Bibel
Die Taufkapelle
„Anna Selbdritt“
In der Nische am Kopfende der Taufkapelle wird die Heiligenfigurgruppe „Anna Selbdritt“ dargestellt. Diese Figurengruppe stellt drei Generationen dar: Mutter Anna, die ihre Tochter Maria und ihr Enkelkind, das Jesuskind auf dem Schoss und in den Armen hält. Diese Heiligenfigur ist eine Schnitzerei aus dem Grödnertal. Gegenüber ist der Hl. Joosef als Schreiner mit dem kleinen Jüngling Jesu.
Der Tabernakel
Hier wird das „Eucharistische Brot“ aufbewahrt. Er wird wie eine kostbare Perle von einer muschelförmigen Wand umgeben. Davor ist ein Ort des Gebetes. Das Relief auf dem Tabernakel wurde von Julius Schramm aus Stuttgart-Mönchsfeld gestaltet. Es ist die Speisung des Volkes Gottes und das Werden der Kirche durch den Heiligen Geist an Pfingsten dargestellt.
Die Pietá
Das Osterlicht
Die leuchtende Osterkerze, die Auferstehungssonne – je nachdem, was man darin sehen will, sind gleichermaßen Hinweis auf die Auferstehung. Auf dem ebenfalls Annette Gröger-Wittemann gestalteten Bild wird durch je ein eigenes Täfelchen der Verstorbenen unserer Gemeinde seit dem vorangegangenen Allerheiligenfest gedacht.
Der Marienaltar
Rechts neben der Mosaiktüre zur Sakristei ist der Marienaltar. Maria, diese große Frau aus dem Volke, blickt uns hier in ihrer Jugend an und lädt uns ein, selbst eine Antwort auf unsere Berufung zu suchen und zu finden. Sie wird dabei vom Licht aus dem Altarraum berührt.
Die Orgel
Sie wurde am 23. Mai 1971 geweiht, hat 2600 klingende Pfeifen verteilt auf drei Manuale und Pedal, 35 Register und wurde von Hans Karl, Orgelbaumeister in Aichstetten bei Leutkirch gebaut. Im Jahr 2009 wurde von der Firma Heuss eine elektronische Setzeranlage mit 3000 freien Speicherplätzen in die Orgel eingebaut. Hinter der Orgel erscheint ein großes buntes Fenster der Firma Derix aus Rottweil.






























